Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis

 

Überprüfung, Erstellung und Anpassung von Arbeitsverträgen

Grundsätzlich bedarf es keines schriftlichen Arbeitsvertrages, damit ein Arbeitsverhältnis wirksam besteht. Allerdings ist für die beiderseitige Rechtssicherheit und -klarheit sowie zu Beweiszwecken und Klärung und/oder Vermeidung von Unstimmigkeiten vorteilhaft, eine schriftliche Vereinbarung über die beiderseitigen Pflichten zu treffen.

Papier ist jedoch geduldig und nicht alles, was niedergeschrieben steht, spiegelt in der gewählten Formulierung wider, was eigentlich gewollt ist oder ist wirksam, da eine Vielzahl von arbeitnehmerschützenden Gesetzen und entsprechende Rechtsprechung besteht. Soweit Zweifel an Vertragsinhalten bestehen, empfiehlt es sich, eine anwaltliche Beratung einzuholen und den Arbeitsvertrag gegebenenfalls anzupassen, um spätere Streitigkeiten weitgehend zu vermeiden.

Forderungen aus Arbeitsverhältnissen

Nicht immer ist Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Kündigung. Losgelöst davon kann anwaltliche Hilfe ist auch bei der Durchsetzung sonstiger Ansprüche wie Lohnfortzahlung, Überstundenvergütung, Urlaubsabgeltung, Zeugniserteilung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder in einem fortbestehenden Arbeitsverhältnis, erforderlich sein.

Zeugnisüberprüfung

Allgemein ist bekannt, dass es bei der Feststellung, ob ein Zeugnis für die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz förderlich oder abträglich ist, stark auf die Formulierungen ankommt und auf das, was zwischen den Zeilen steht. Nicht jede freundlich klingende Bewertung wird von einem potentiellen neuen Arbeitgeber tatsächlich positiv aufgefasst und der Bewerber wundert sich gegebenenfalls über eine Ablehnung. Die anwaltliche Überprüfung des Zeugnisses auf Zwischentöne und gegebenenfalls Durchsetzung der Abänderung kann somit eine nicht zu unterschätzende Investition in die eigene berufliche Zukunft darstellen.

Abmahnung

Eine unberechtigte Abmahnung erhalten zu haben ist nicht nur ärgerlich und ein Makel in der Personalakte, welcher das berufliche Fortkommen im Betrieb negativ beeinträchtigen könnte, vielmehr sind in einer Abmahnung unberechtigt erhobene Vorwürfe geeignet, den Arbeitnehmer herabzuwürdigen und einem Unbeteiligten ein falsches Bild von ihm zu vermitteln. Eine Abmahnung kann darüber hinaus noch gravierendere Konsequenzen haben: In der Abmahnung wird arbeitgeberseits ein Verhalten bemängelt und es wird angedroht, dass im Wiederholungsfall die (fristlose) Kündigung ausgesprochen wird. Mehrere unterschiedliches Verhalten bemängelnde Abmahnungen können ebenfalls eine fristlose Kündigung begründen. Unternimmt der Arbeitnehmer gegen die fälschlicher-weise erhobenen Vorwürfe nichts, kann dies unter Umständen den Arbeitsplatz kosten.

Im Falle einer unberechtigt ergangenen Abmahnung besteht der arbeitnehmerseitige, gerichtlich durchsetzbare Rechtsanspruch, diese aus der Personalakte entfernen zu lassen, damit Ihr „guter Ruf“ wieder hergestellt ist und Sie aufgrund der Abmahnung keine Karriereeinbußen zu befürchten haben bzw. nicht um Ihren Arbeitsplatz bangen müssen. Der Gang zum Anwalt ist auch in diesem Fall zur Sicherung Ihrer beruflichen Zukunft empfehlenswert.