Familiengerichtliche Verfahren

 

Einvernehmliche Scheidung

Immer wieder ist im Internet von „Online-Scheidung“ zu lesen. Dies ist allerdings nur ein Werbeschlagwort. Eine Scheidung findet auch in modernen Zeiten niemals online, sondern immer noch höchstpersönlich vor Gericht statt.

„Online-Scheidung“ meint lediglich, dass aufgrund der Tatsache, dass sich die Eheleute höchstwahrscheinlich einvernehmlich, das heißt ohne Streit über die Scheidungsfolgen, scheiden lassen wollen. Sämtliche Scheidungsfolgen sind bereits in einer Vereinbarung geregelt oder die Eheleute verzichten gegenseitig auf die Geltendmachung etwaiger Ansprüche, es werden hierzu also keine Anträge gestellt, sondern ausschließlich der Scheidungsantrag.

Der Vorteil einer einvernehmlichen Scheidung liegt vor allem darin, dass lediglich ein Ehegatte einen Rechtsanwalt beauftragen muss. Der Anwalt stellt den Scheidungsantrag und der andere Ehegatte braucht diesem Antrag im Scheidungstermin lediglich zustimmen. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der Anwalt nur den einen Ehegatten vertritt.

Es fallen somit neben den Gerichtskosten nur für diesen einen Rechtsanwalt Kosten an, welche der anwaltlich vertretene Ehegatte entweder selbst tragen müssen oder unter bestimmten Voraussetzungen von der Staatskasse übernommen werden, weil Sie Anspruch auf sogenannte Verfahrenskostenhilfe haben.

Sollte Ihr Lebenssachverhalt für eine einvernehmliche Scheidung sprechen, können Sie gern das für Sie bereitgestellte Scheidungsformular ausdrucken und ausfüllen (siehe Download-Service/Fragebogen zur Scheidung). Dieses übersenden Sie mir bitte zusammen mit der unterzeichneten Familienrechtsvollmacht, sowie Kopien ihrer Heiratsurkunde oder Auszug aus dem Eheregister, sowie je nach dem Ehevertrag/
Trennungs-/Scheidungsvereinbarung in Kopie, soweit vorhanden Kopien Geburts-urkunden der gemeinsamen Kinder. Nach Vorliegen der vollständigen Unterlagen wird der Scheidungsantrag eingereicht und das Verfahren geht seinen Gang.

Streitiges Verfahren

Liegt keinerlei Vereinbarung vor, welche die jeweiligen familienrechtlichen Ansprüche regelt und ist eine solche nicht zu erzielen, richten sich die Ansprüche der Eheleute nach dem Gesetz und müssen gegebenenfalls gerichtlich entweder im Rahmen des streitigen Scheidungsverfahrens oder – wenn die Sache keinen Aufschub duldet – in einem isolierten Verfahren gerichtlich durchgesetzt werden.

Typische Streitgegenstände in Familienrechtsverfahren sind:

  • Trennungsunterhalt
  • Nachehelicher Unterhalt
  • Kindesunterhalt
  • Umgangsrecht
  • Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder
  • Aufteilung des Hausrats
  • Fortführung der Rechte an der Ehewohnung
  • Zugewinnausgleich